Feministische Einflüsse der Popkultur - Emanzipatorische Prägung der Frau

Feminismus und mode

Speziell im Umfeld der Frauenbewegung wurde die Kleidung der Frauen emanzipatorisch geprägt. Wie Jeans, Cordhosen und weite indisch anmutende Stoffe. Im Sommer T-Shirts und Blusen, im Winter Pullover, Clocks, Halbschuhe oder Boots. – Eine Zeit die alles erlaubte zu kombinieren. Die Farbe Lila war in vielen Kleidungsstücken dominant, ebenso wie das hennarote Haar und die bekannte Latzhose, welche die Befreiung von Rollenzwängen verdeutlichen sollte. Das Vermischen von männlichen und weiblichen Kleidungsstücken war eine andere Ausdrucksweise der Emanzipationsbewegung. Die Bequemlichkeit der Kleidungsstücke wurde wichtiger und Frauen durften Stärke zeigen, was sich zum Teil auch durch die damals modernen Schulterpolster ausdrückte.

Gegen Ende der 20er Jahre entwickelte sich die Discomode weiter. Als Oberteil trug die weibliche Jugend beispielsweise Trägerhemdchen mit Spitzeneinsatz oder Paillettenstickerei, oder auch ein Bodysuit, zusammen mit einem hautengen, geschlitzten Rock. Satinstretchhosen, enge Röhrenjeans oder Boxershorts waren die Alternativen. Das Schuhwerk bestand aus Ballerinas oder Stiefeletten. Fluoreszierende Stoffe, Metallgarneffekte und Strass waren unverzichtbar.

Schon 1977 ging der Punkstil durch die Presse, verbreitet sich aber nicht sofort, da er in Londons Hinterhöfen entstanden war und ursprünglich eine Gegenbewegung gegen die Bekleidungsindustrie sowie das Modediktat (Medien) darstellte. „Punk“ bedeutet „mies“ „hässlich“. Grellbunt gefärbte Haare - zur Stachelfrisur geformt, Sicherheitsnadeln in Wangen und Ohren, schwarze Nappalederkluft und Hundeketten sind die typischen Bekleidungsmerkmale.
In den 80er Jahren entwickelte die Modeindustrie daraus den Militarylook und Fetzenlook.

Heute ist es Streetwear (alltagstaugliche Kleidung), welche die Elemente aus den verschiedenen Styles der Vergangenheit (20er Jahre, 70erJahre etc.) und Trends der Gegenwart (Skater Style, Hip-Hop, Rave, Clubwear etc.) aufnimmt und sie jeweils zu eigenen oder Retrostyles verändert, welche nebeneinander laufen.

Popkultur ist heute nicht ohne die Medienkultur denkbar. In den frühen 80ern war sie noch eine Gegenbewegung für die Selbstbestimmung, spürbar in Mode, Kunst Design und Musik. Heute wird jede dieser Gegenbewegungen von den Medien aufgegriffen, und durch das beschleunigte (und kostengünstigere) Vermarkten entschärft. Der Einfluss der Kommunikationstechniken (PC – soziales Netzwerk) in der Verbreitung und Prägung/Veränderung unseres Miteinanders und der Popkultur selbst ist in dem Zusammenhang nicht von der Hand zu weisen.